[Paper] Eine Standortbestimmung des aktuellen Videospieljournalismus
Eine Standortbestimmung des aktuellen Videospieljournalismus: Vom Nutzwertjournalismus bis an die Grenzen der Game Studies ist Melanie Dörings Abschlussarbeit im Studiengang Journalismus an der Freien Journalistenschule.
Abstract
Die ersten Assoziationen, wenn von Videospieljournalismus die Rede ist, sind bei vielen wahrscheinlich Spieletests und Wertungszahlen oder die Killerspiel-Debatte. Gaming wird immer noch als Nische wahrgenommen und der journalistischen Beschäftigung damit eine gewisse Trivialität unterstellt.
Doch Videospiele sind mehr als ein reines Unterhaltungsprodukt: Als milliardenschwere Branche mit unzähligen unterschiedlichen Jobs, sind sie nicht nur ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, sondern auch Kunst und Kulturgut, Sport, ein soziales und politisches Medium und so vieles mehr. Ebenso vielfältig wie der Gegenstand an sich, ist daher inzwischen auch die journalistische Auseinandersetzung mit ihm. Darüber hinaus hat sich mit den Game Studies sogar ein eigenes wissenschaftliches Forschungsgebiet dazu etabliert. Dessen Ergebnisse müssen, ebenso wie die Erkenntnisse „klassischer“ Fachrichtungen, an ein nicht-wissenschaftliches Publikum fachjournalistisch vermittelt werden. Was vielleicht mal als reiner Nutzwert- oder Technikjournalismus begonnen hat, ist inzwischen derart differenziert, dass eine Reduzierung des Spielejournalismus auf diesen Aspekt nicht länger angebracht ist.
Dieser Beitrag gibt einen kurzen Einblick in die Ursprünge des Videospieljournalismus und versucht, diesen in das bestehende System etablierter Journalismen einzuordnen. Darüber hinaus wird anhand einiger spielejournalistischer Beiträge die Bandbreite des Gegenstands „Videospiel“ im Rahmen des Fachjournalismus beispielhaft veranschaulicht. Auf dieser Basis soll die Nähe dieser zeitgenössischen Outlets zum Kulturjournalismus hervorgehoben und so die These der Trivialität des Videospieljournalismus widerlegt werden.
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Über die Autorin
Melanie Döring hat Deutsche Philologie, Philosophie und Allgemeine Sprachwissenschaften (M.A.) an der Uni Münster studiert und ihre Magisterarbeit über die Literarizität von Computerspielen geschrieben. Nach knapp 20 Jahren als Technische Redakteurin und einem nebenberuflichen Journalismus-Studium, ist sie nun als Freie Lektorin/Journalistin auf digitale und analoge Spiele spezialisiert.
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