„My words are stone!“ – Sprechakttheoretische Betrachtung der Zaubersprüche in „Black Book“
Der Deck Builder Black Book hat komplexe Zaubersprüche, die sich anhand ihrer Darstellung als Karten sprechakttheoretisch untersuchen lassen, argumentiert Jennifer Schild. Ein Beitrag zum Sammelband Exploring Card Games.
Da es eine Vielzahl an analogen und digitalen Spielen gibt, die magische Welten beinhalten, in denen man als Spieler*in Zauber durchführen kann, wäre es anzunehmen, dass eine linguistische Untersuchung dieser Zaubersprüche ein Leichtes wäre. Allerdings gibt es nur wenige Beispiele, in denen diese Sprüche tatsächlich ausformuliert und nicht nur angedeutet oder betitelt sind. Meist besteht ihre Ausführung aus Spieler*innensicht aus der Auswahl eines Zaubers und seiner sichtbaren Auswirkungen. Oft sind es Schadenzauber, die beispielsweise Feuerbälle oder Blitze Richtung Gegner*innen schleudern.
Im Deck Builder Black Book vom Entwicklerstudio Morteshka hingegen bekommen auch die Vorbereitung und Durchführung eines Zaubers eine Form. Hierbei finden sich Informationen zu zwei Ebenen: Zur materiellen und zur rituellen Ebene, zu der ein ausgesprochener Zauberspruch gehört. Dieser wiederum setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen, die man daraufhin untersuchen kann, wie sie aufeinander wirken und was dies für den Zauber bedeutet.
Die Protagonistin des Spiels ist Vasilisa, eine junge Frau, die ihren Verlobten von den Toten zurückholen möchte. Die einzige Möglichkeit dafür ist, endlich dem Willen ihres Mentors Egor, der eine Großvaterrolle in ihrem Leben einnimmt, nachzugeben und sich mit seinem alten Zauberbuch zur Hexe machen zu lassen. Eine Legende besagt, dass dieses magische schwarze Buch einen Wunsch erfüllen würde, sobald alle seine Siegel gebrochen seien. Um das zu erreichen, muss Vasilisa Gefallen von Dämonen ergattern, die ihr dann Zugang zu neuen Fähigkeiten geben. Die Anwendung dieser liegt aber in Vasilisas Verantwortung und hängt einerseits von ihren eigenen Kräften und andererseits von ihrem Vorwissen ab, das Egor als Koldun – also Hexer – zusammen mit den Zaubern des Schwarzen Buchs an sie weitergegeben hat.

Vasilisa zieht und beschriftet einen Beschwörungskreis.
Die Zaubersprüche stehen nicht alleine, sondern sind Teil aufwändiger Rituale. Zu deren Durchführung ist die Einhaltung bestimmter Bedingungen erforderlich. Wie vor Vasilisas erstem Zauber zu Beginn des Spiels in einer Zwischensequenz detailliert aufgezeigt und erklärt, bestehen diese bei Kämpfen aus vorbereitenden rituellen Handlungen. Bei Dämonen sind dies beispielsweise das sorgfältige Ziehen und Beschriften von Schutzkreisen sowie die Äußerung eines Zauberspruchs samt begleitender Gesten. Wie die meisten magischen Aktionen setzen sich auch Rituale in diesem Spiel also aus verbalen Äußerungen und Objektmanipulation zusammen, die als performativer Akt gemeinsam Eigenschaften auf einen Empfänger übertragen und diesen dadurch verändern (vgl. Tambiah 2017, S. 451). Dieser Empfänger kann sowohl ein Lebewesen als auch ein lebloses Objekt sein.
Grammatik der Karten
Das Schwarze Buch ist nicht nur ein Gegenstand in Vasilisas Inventar, sondern gibt den Spielenden auch Informationen über die Zauber, die es beinhaltet. Diese werden durch passende Karten repräsentiert, die einzelnen Seiten oder zumindest Teilen des Schwarzen Buchs entsprechen. Sie werden als Spielkarte dargestellt und bestehen jeweils aus einem Titel, einem illustrierenden Bild und einer oder mehrerer auszulösender Wirkungen. Die Seiten werden im Spiel „Wörter“ genannt und haben jeweils einen Namen. Da häufig der geschriebene Teil von Zaubern als der gesprochene interpretiert wird (vgl. Frankfurter 2019, S. 608), liegt auch hier die Vermutung nahe, dass die Namen der Karten der verbal geäußerte Teil des Zaubers sind. Diese Annahme bestätigt sich nicht, da man schon am ersten in Reimform gesprochenen Zauber erkennt, dass Zaubersprüche deutlich komplexer sind als eine Handvoll aneinandergereihter Kartentitel. Und doch lohnt es sich, die Spielkarten als Wörter zu betrachten.
Wie Wörter können Karten mithilfe von grammatikalischen Regeln zu einem aussagekräftigen Satz zusammengesetzt werden. Es gibt festgelegte Strukturen, nach denen die Karten ausgespielt und kombiniert werden können. Am Schluss ergeben sie einen fertigen Zauberspruch, der innerhalb der Spielwelt laut rezitiert wird, auch wenn die Spieler*innen den Wortlaut dabei weder hören noch lesen können. Im alltäglichen Sprachgebrauch setzen sich vollständige Sätze bzw. Sprechakte aus Konstituenten wie Subjekt, Verb und Objekt zusammen, die grundlegende Informationen über die Situation und die Beziehungen zwischen den beteiligten und im Zauber referenzierten Personen bzw. Komponenten enthalten. (Wheelock 1982, S. 66) In Anlehnung daran brauchen auch die Spielkarten Bezugspunkte wie Sprecher*innen, Ziel usw., um genügend Informationen darüber zu sammeln, was für eine Wirkung erzielt werden soll. Ein Schadenszauber ohne konkrete Zielperson ist nicht vollständig und kann damit nicht durchgeführt werden.

Status-Effekte müssen gezielt eingesetzt werden, um zu wirken.
Viele Karten haben für sich alleine schon eine Wirkung und können einzeln ausgespielt werden, sie verstärken sich jedoch oft gegenseitig. Manche Karten sind allein vollkommen wirkungs- bzw. bedeutungslos. Damit ähneln sie gebundenen Morphemen, Kleinstbestandteilen von Wörtern, die nicht alleine stehen können, wie Flexionsendungen oder auch das Him- in Himbeere. Diese Karten bekommen erst durch die Kombination mit bestimmten anderen eine Wirkung. Mit dem Ausspielen jeder zusätzlichen Karte werden performative Handlungen (vgl. Tambiah 2017, S. 451) durchgeführt, d.h. es werden auf Vasilisa und ihre Gefährten oder auch auf ihre Gegner*innen spezielle Eigenschaften übertragen, die eine schützende oder schädliche Wirkung ausüben. Je mehr Erfahrung Vasilisa im Laufe des Spiels bekommt, desto komplizierter und länger können ihre Sätze werden. Das Buch stellt ihr allerdings bei jedem Zug eine vorgegebene Auswahl an Zauberwörtern aus dem Kartendeck zur Verfügung, mit der sie arbeiten muss. Das Schwarze Buch und seine Seiten haben also auch einen Anteil am Ergebnis der Rituale.
Ritualkontext und magische Macht
Auch wenn in magischen Kontexten oft der Glaube vorherrscht, dass Wörter an sich – vor allem in ihrer gesprochenen Form – bestimmte magische Wirkungen entfalten können (vgl. Tambiah 1968 und Malinowski 1938), ergeben sie in Black Book nur in einem sehr speziellen Handlungsrahmen einen Zauber. In einem Streit mit Vasilisa besteht ihr Mentor Egor zwar darauf, dass Magie Geheimwissen sei und bleiben solle, damit sie nicht missbraucht werde. Vasilisa gibt aber trotzdem Informationen an einen interessierten Folkloristen weiter, da ihrer Meinung nach die Beschreibungen ohne Hexenmacht und Black Book ohnehin nicht für einen Zauber ausreichen würden.
Ein bestimmtes Maß an volksmagischem Wissen ist in der Spielwelt aber weit verbreitet. Man erlebt zum Beispiel oft, dass Menschen aus den umliegenden Dörfern mit festgelegten Ritualen, die auch sprachliche Äußerungen oder Notizen auf Zetteln beinhalten, die örtlichen Haus- bzw. Waldgeister zu besänftigen versuchen. Sobald dabei aber Probleme auftreten, suchen sie einen Koldun wie Vasilisa auf, der mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen als ihnen. Sie kann im Gegensatz zu anderen Menschen Dämonen, die ihr Unwesen treiben, sehen und entweder mit ihnen verhandeln, sie vertreiben oder sie mithilfe des Buchs bekämpfen. Auch hier sind rituelle Handlungen wieder maßgebend. Beim Eintreten in ein Gebäude muss beispielsweise ein bestimmter Gruß geäußert oder eine andere Handlung vollzogen werden, um den Hausgeist nicht zu verärgern, der einen sonst mit negativen Zaubern belegen kann.
Das Black Book scheint allerdings noch mehr Informationen zu enthalten als nur den Text der Zaubersprüche und ihre Anwendungskontexte. Vasilisa hat die meisten ihrer Zauber aus dem Buch gelernt und muss demnach neben den geäußerten Teilen auch den weiteren Ritualkontext wie die sprachbegleitenden Gesten daraus entnommen haben. Manche Kartenzauber bestehen sogar ausschließlich aus magischen Gesten und wirken entweder alleine oder beeinflussen gesprochene Magie. Die Buchseiten geben somit alle notwendigen Anweisungen entweder schriftlich, symbolisch oder auf direktere und magische Weise an die Besitzer*innen weiter.

Gestenkarten können zusätzlich zur angebotenen Wörteranzahl genutzt werden, da sie keinen Wortslot benötigen.
Performative Sprechakte und ihre Effekte
Der Vergleich zu performativen Sprechakten liegt hier nahe. Sie können nicht wahr oder falsch sein, sondern sie verursachen durch sich selbst eine Änderung in der Welt. Ohne den richtigen Ort, Zeitpunkt und sozialen Kontext misslingt eine performative Äußerung (Austin 2019, S. 37). Auch in Black Book müssen für das Gelingen der Zauber viele weitere Faktoren stimmen. So findet man dort performative Sprechakte zum Beispiel als direkt an jemanden gerichtete Äußerungen wie „Ich verbanne dich!“. Dies könnte man sogar explizit als “Hiermit verbanne ich dich!” formulieren. Um solch einen Sprechakt erfolgreich zu äußern – also die Verbannung wirklich durchführen zu können – muss man eine ganz bestimmte Mischung aus Bedingungen zwingend erfüllen. Neben den richtigen Worten und dazu passenden rituellen Handlungen muss die sich äußernde Person beispielsweise auch die Macht besitzen, die andere zu verbannen. Anschaulich wird dies mit Blick auf Vasilias Zauberrituale. Um einen magischen Effekt mit ihnen zu erzielen, muss Vasilisa dieselben Voraussetzungen erfüllen. Sie muss zur Handlung befähigt und befugt sein. Diese Punkte erfüllt Vasilisa mit der Vorbildung durch ihren Mentor und durch die – ihr im Verlauf des Spiels teils von Dämonen, teils vom Teufel persönlich übertragenen – Fähigkeiten. Nach und nach erspielt sie sich weitere Möglichkeiten und damit auch Befugnisse. Versucht jemand ohne Hexenkräfte zu zaubern, wird kein Effekt eintreten. Genauso kann Vasilisa ihre Gegner nur in einer Kampfsituation angreifen und wird vermutlich wenig ausrichten können, wenn sie alleine vor einem Baum steht. Das magische Ritual muss nach präzisen vorgegebenen Mustern durchgeführt werden, um erfolgreich zu sein.
Diese Vorgaben gelten nicht nur für Hexen, sondern sogar für den Teufel persönlich. Zu Beginn muss sich Vasilisa für ihre Hexen-Initiation mit ihm treffen. Dabei sagt er zu ihr „I name you a witch“ und setzt durch seine Äußerung genau dies in der Welt um. Sie wird mit diesem Sprechakt zur Hexe gemacht. Wie auch in den anderen Ritualen sind es auch hier wieder nicht die Worte allein, die magisch sind. Sie brauchen einen befugten Sprecher, also den Teufel, der die Macht hat, Kräfte zu verleihen und möglicherweise noch mehr, wie den Ort, denn sie halten sich beide am Tor zur Hölle auf. Diese performative Art von Sprache und Handlung sorgt also für Änderungen in der Welt oder ruft Situationen hervor, die das tun.
Ein alternativer Betrachtungsansatz von Sprechakten ist nicht wie bei der Performativität die Ausgangsbedingung, sondern ihre Perlokution, also ihre Auswirkungen zu untersuchen. Werden Versprechen oder Warnungen ausgesprochen, sind diese durch ihre Äußerung direkt in der Welt. Sie sind somit etwas, das Sprecher*innen unmittelbar beeinflussen können. Bei perlokutiven Akten hingegen geht es um die Wirkung, die durch unseren Sprechakt ausgelöst wird. Wie eine Person auf unsere Äußerung reagiert, können wir nämlich nicht steuern. Wir können jemanden davor warnen, an einen gefährlichen Ort zu gehen. Es kann aber auch sein, dass wir ihn durch unseren Versuch nur verunsichern und verärgern und er trotzdem dorthin geht. Da das nicht unsere Absicht war, wäre der perlokutionärer Akt damit gescheitert (Austin 2019, S. 119).
Die Rituale
In unserer Gesellschaft gehen wir allgemein davon aus, dass Magie nicht real ist. Trotzdem werden magische Akte durchgeführt. Selbst in den Fällen, in denen die Durchführenden nicht an die Wirksamkeit von Magie glauben, wollen sie auf jeden Fall eines: andere von genau dieser überzeugen. Hält sich jemand für verflucht, wird er jedes schlechte Ereignis einem neuen Ursprung zuordnen: dem Fluch. Als eine Art self-fulfilling prophecy wäre dieser tatsächlich in der Realität umgesetzt worden. Der Fluch wäre auch ohne nachweisbaren magischen Ursprung Realität.

Besonders wirksame Zaubersprüche kommen mit einer langen Rezitationslänge einher und müssen gegen mögliche Angriffe in der Zeit aufgerechnet werden.
In Vasilisas fiktionaler Welt, in der Geister, Dämonen und Magie alltäglich sind, sind die Zusammenhänge leichter zu untersuchen. Magische Rituale haben dort messbare und berechenbare Auswirkungen. Durch die aufrechenbaren Punkte jeder Karte folgt Magie einer logischen Abfolge von Ursache und Wirkung. Wenn man als Spieler*in aufmerksam ist, kann Vasilisa dank der Hilfe des Black Books vor jedem Zug strategisch planen, welchen Ausgang er nehmen wird, wodurch der Vorgang fast zur Wissenschaft wird. Auch Vasilias erstes Ritual folgt dieser Logik. Vor ihrer Initiierung zur Hexe sagt sie ihrem Großvater noch einmal genau auf, wie sie den Dämonen beschwören wird, den sie besiegen muss, um vor den Teufel treten zu können und ihre Kräfte zu bekommen. Sie beschreibt, wie sie ihr Ritual durchführen wird.
“I’ll get up without crossing myself and I will go to the crossroads. On the crossroads, I’ll draw a circle, and step into it. and then i shall speak: ‘Good merchants, come and buy my cat. For this cat, give me neither inconvertible rouble nor a fine hat. But bestow me with knowledge of the dark, and eyes with vision sharp! So as I have said, so it will be. My words are stone!‘“

Rituelle Sprache ist unmittelbar mit den Handlungen des Rituals verbunden. Oft besteht sie aus vorgefertigten Formulierungen, die nicht immer konkret das ausdrücken, was erreicht werden soll. Manchmal sollen sie nur einen magischen Rahmen schaffen. Die Reimform von Vasilisas magischer Äußerung – einem Zagovor – passt in dieses Schema. Sie ist nicht spontan, sondern auswendig gelernt und hat genau die Form, die sie für ihren Kontext benötigt. Sie enthält sowohl eine Einladung als auch eine Feststellung. Beide setzen etwas in der Welt um. Sie bittet den, den sie „merchant“ nennt, zu ihr zu kommen und bietet ihm eine Katze an. Da sich der Dämon als riesiger Wolf entpuppt und Vasilisa keine Katze dabei hat, ist davon auszugehen, dass das ein Trick war, um ihn anzulocken und bekämpfen zu können. Ihre Gegenleistung hat sie direkt genannt, um auch den richtigen Dämon anzulocken, jenen, der die Macht hat, ihren Wunsch nach magischen Fähigkeiten zu erfüllen oder zumindest den Weg dahin zu bereiten.
Der Schluss „So as I have said, so it will be. My words are stone!” verleiten einen dazu, zu glauben, sie habe eine performative Äußerung vorgebracht, doch ist das tatsächlich so? Ihre Bitte ist in der Welt und nun soll die erhoffte Wirkung auftreten. Sie verändert zwar etwas in der Welt, in der Hinsicht, dass der Sprechakt eine Handlung ist, auf die hin der Wolf auftaucht. Das Ritual hat also einen performativen Effekt. Aber der dafür verwendete Sprechakt setzt nicht exakt das um, das er sagt, wie es z.B. „Hiermit taufe ich dich auf den Namen Jennifer“ würde. Es bleibt eine Bitte, die vor allem zur Herstellung einer bestimmten Situation dient. Wie das Gegenüber darauf reagiert, ob der Wolf auftaucht, wütend oder kooperativ ist, bleibt ihm überlassen. In den meisten von Vasilisas Begegnungen mit Menschen, Geistern oder Dämonen ist man wie auch in unserer Welt auf die Kooperation der anderen angewiesen. Man kann ihre Reaktionen nicht vorhersehen und ob die Interaktionen die erwünschte perlokutive Wirkung haben, ist von vielen Faktoren abhängig, die man nur teilweise beeinflussen kann.
In den strategischen Kämpfen des Spiels zeigt sich zwar erst einmal ein ganz anderes Bild. Aber auch wenn man darin das Ergebnis eines jeden Zuges – also Zaubers – berechnen kann, ergibt sich dieser Effekt nicht aus den Worten allein.. Auch wenn sie nicht komplett arbiträr formuliert sind, können sie gar nicht performativ wirken, da ihr Effekt nicht mit ihnen zusammen ausgesprochen wird. Er tritt erst in der Kombination mit anderen Karten und weiteren rituellen Handlungen auf. Der eigentliche performative Effekt, den wir während der Kämpfe sehen, entsteht also aus der Gesamtheit der rituellen Praktiken und entstammt nicht der Äußerung. Auch wenn Sprache ein wichtiger Teil der Rituale ist, ist zumindest der verbal geäußerte Teil der Zaubersprüche in der Welt von Black Book weniger mächtig als gedacht. Trotzdem nimmt sie eine wichtige Rolle in der Durchführung der Zauber ein. Sprachlich besonders relevant ist die Zusammensetzung der Karten beziehungsweise Wörter zu Sätzen zur verständlichen, aber auch logischen Darstellung der Wirkweise des Zaubers. Mithilfe der Karten können einerseits ohne komplizierte Menüführung viele Informationen gleichzeitig angezeigt werden. Da die Struktur von Zaubern in Black Book über die angedeuteten Zaubersprüche vieler Videospiele hinausgeht, stellt sich aber andererseits auch die Frage, ob Karten mitsamt ihrer Decks möglicherweise spezielle Möglichkeiten bieten, um aufwändige Magiesysteme zu entwickeln, die mit anderen Methoden nicht oder nur schwierig umsetzbar wäre.
Quellen
Austin, J. L. 2019 (2002). Zur Theorie der Sprechakte (How to do things with words). Übersetzt von Eike von Savigny. Reclams Universal-Bibliothek, Nr. 9396. Reclam.
Black Book. 2021. Entwicklerstudio: Morteshka. Publisher: HypeTrain Digital. Plattformen: PC, PlayStation 5, Nintendo Switch, Xbox One. Getestete Plattform: Nintendo Switch.
Frankfurter, David. 2019. „Spell and Speech Act: The Magic of the Spoken Word“. In Guide to the Study of Ancient Magic, herausgegeben von David Frankfurter. BRILL. https://doi.org/10.1163/9789004390751_023.
Malinowski, Bronisław. 2002 (1936). Coral Gardens and Their Magic: A Study of the Methods of Tilling the Soil and of Agricultural Rites in the Trobriand Islands. [Facsim.] reprinted. Malinowski Collected Works 8. Routledge.
Tambiah, S. J. 1968. „The Magical Power of Words“. Man 3, Nr. 2: 175–208. https://doi.org/10.2307/2798500.
Tambiah, Stanley J.. 2017. „Form and Meaning of Magical Acts: A Point of View“. HAU: Journal of Ethnographic Theory 7, Nr. 3: 451–73. https://doi.org/10.14318/hau7.3.030.
Wheelock, Wade T. 1982. „The Problem of Ritual Language: From Information to Situation“. Journal of the American Academy of Religion 50, Nr. 1: 49–71.


